Wie mutig sind wir?

15. November 2016

Liebe Spieler, liebe Adligen,

Mein Wunsch, mein starker Wunsch, ist es, dass unser Avalon noch in 10 Jahren existiert. Dass es dann noch lebt, dass es noch dynamisch ist, dass dort noch Spieler spielen und gerne ihre Zeit verbringen. Dass man gerne dorthin zurückkehrt nach einer langen Pause und dass man das Gefühl hat, dass all die Zeit und Mühen, die man als Spieler investiert hat, nachhaltig einen Sinn haben.

Damit man nun nach langer Zeit Wiederkommen kann, ist es wichtig, dass das Spiel sich nicht zu sehr ändert. Sonst findet man eben nicht mehr in den Spielfluss hinein. Grosse Änderungen sind aber auch für aktuelle Spieler oft schwer zu verdauen – wenn die eingespielte Metzeltour eben nicht mehr funktioniert … na, dann macht man sie nicht mehr. Im schlimmsten Fall ist man so genervt, dass man aufhört regelmässig zu spielen.

Das war einer meiner persönlichen Gründe, wieso wir in dem letzten Jahrzehnt so vorsichtig waren, dass Spielerlebnis an sich anzufassen. Geradezu konservativ waren wir sogar für das zentralste Spielerlebnis, nämlich den Kampf.

Aber das Kampfsystem hat einige echte Probleme. Es ist schwierig zu balancieren, es ist schwierig die Übersicht (als Entwickler) zu behalten und es ist fast unmöglich coole neue Aspekte in den Kampf einzubauen. Wir sind auch sehr unzufrieden mit den Kampfmodi, dem Gruppenkampf, dem Fernkampf, der fehlenden Interaktion und Spannung im Kampf … und anderen Punkten; aber ich will hier nicht zu sehr ins Detail gehen.

Ehrlich gesagt sind wir beim Kampfsystem schon vor langer Zeit an die Grenzen gestossen. Wir haben vor wenigen Jahren die Begleiter stark ins Spiel gebracht, aber sonst kam nicht viel neues Grundlegendes. Und diese Situation ist ein echtes Hindernis für Avalons Chancen in 10 Jahren noch ein unterhaltsames Erlebnis zu sein.

Ich bin inzwischen der Meinung, dass wir uns radikalere Änderungen trauen müssen, als wir es bislang gewagt haben.

Natürlich dürfen wir dabei nicht unsere Spieler vergraulen. Natürlich dürfen sie sich nicht, um Gottes Willen, dabei verraten fühlen. Deshalb hoffe ich, dass wir in dieser Hinsicht wirklich offen miteinander reden können. Ich möchte Euch darauf vorbereiten, dass wir einige Aspekte des Kampfes grundsätzlich ändern wollen (weil wir glauben, dass wir es müssen, damit das Spiel langfristig gesund bleibt). Aber das geht nicht gegen den Willen der Spielerschaft. Das wird nicht funktionieren, wenn wir unsere Absicht nicht glasklar kommunizieren. Und die Umsetzung wird scheitern, wenn wir nicht grossartige Rückmeldungen bekommen – und diese dann auch sofort umsetzen.

Wie mutig sind wir? Trauen wir uns die Kampfmodi völlig umzubauen? Die Art wie Einhandwaffen funktionieren völlig neu zu überdenken? Alle Waffenwerte anzufassen? Trauen wir uns sowas einzubauen wie „Aktionen beim Kämpfen“ – um mehr Abwechslung in den Kampf zu bringen. Verzeihen es uns unsere Spieler, wenn sie ihre Wochenend-Metzeltour umgestalten müssen, weil wir alle Monster geändert haben, weil ihre Ausrüstung anders wirkt, weil sie plötzlich mehr Schaden nehmen und sich mehr heilen müssen? Erträgt es das Spiel, wenn sich der EP/h Schnitt ändert?

Was ist Eure Meinung?